Tagebuch der Tour 2012

Mittwoch, 30. Mai 2012 - 4. Etappe, 62 km, 692 Höhenmeter

Viana - Logrono - Nájera - Santo Domingo de la Calzada

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Es rollt sehr gut. An einem kleinen steilen Anstieg gab es durch einen Bedienungsfehler bei Hella leider einen kleinen Sturz. Ab nun sollte der Arm geschont werden.

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Rechts und links von uns breiten sich die Weinberge der Rioja aus und begleiten uns den ganzen Tag über. Wir durchqueren pittoreske Dörfchen mit Sandsteinbauten. Vor manchen Häusern stehen direkt zwischen Mauer und Asphalt alte Rosenstöcke, die üppig blühen.

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Wir verteilen Prospekte unserer Tour und werden auch immer wieder von Interessierten angesprochen. Spanische Lokalfernsehsender und –radiosender sind anwesend und interviewen die spanischen Fahrer.

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Da der nachfolgende Streckenteil eine Passage enthalten würde, die nicht für alle Fahrzeuge geeignet ist, werden wir von der Polizei kurzerhand über die Autobahn geführt. Für uns alle ein völlig neues Fahrraderlebnis. Wir passieren dabei eine Autobahntankstelle und Servicestellen. Zufällig bemerken wir, dass an einer Stelle unser Bus unter uns in einer Auffahrt herumkreuzt, um dann zu unserem Tross dazu zu stoßen.

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Die Polizei bei der Arbeit – sie sperrt erfolgreich eine Autobahnauffahrt ab, um uns gefahrlos und zügig durchzulassen. Polizeimotorräder schützen uns zu den Seiten und fahren mit Blaulicht. Auf einem Hügel die Skulptur eines Stieres.

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Toni hat im Hintergrund einen Einsatz wegen eines Kettenbruchs und ein anderes spanisches Tandem hatte einen Rahmenbruch. Das Serviceteam konnte ein Fahrradgeschäft ausfindig machen, um den Schaden zu beheben. Der Rahmenbruch konnte leider nicht mehr behoben werden.

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In Kleingruppen gehen wir durch die Stadt Santo Domingo und nehmen an der Messe teil. Auch wenn wir wenig oder nichts verstehen, da natürlich die Messe auf Spanisch gehalten wird, bekommen wir mit, um welchen Teil der Messe es sich gerade handelt. Auf jeden Fall hat sie uns Kraft gegeben. Wir sind als Gruppe wahrgenommen worden und werden vom Priester gefragt, was wir so machen und woher wir kommen. Die Reiseleiterin Elisabeth hat das kurzerhand übernommen.
Der Pilgerweg führt mitten durch die Stadt, der Weg ist mit zementierten Kieselsteinen und Ornamenten belegt. In bestimmten Abständen finden sich auf dem Weg stilisierte Jakobsmuscheln auf dem Boden. Entlang des Weges gibt es sehr alte Gebäude, beispielsweise von Händlerfamilien oder Pilgerherbergen.

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In Santo Domingo de la Calzada gibt es folgende Legende, die in vielen Kirchen immer wieder dargestellt wird: Eine Familie pilgerte im 14. Jahrhundert nach Santiago. In Santo Domingo versuchte die Magd des Wirtshauses den Sohn Hugonell zu verführen. Dieser wies sie jedoch zurück, worauf hin sie sich für die Zurückweisung rächte, in dem sie ihm einen Silberbecher in sein Gepäck steckte und ihn am nächsten Morgen des Diebstahls bezichtigte.

Der junge Mann wird festgenommen und gehängt, doch bevor die Eltern die Reise fortsetzten, vernahmen sie seine Stimme, er hänge am Galgen, lebe aber noch, da er vom heiligen Jakobus noch an den Beinen gehalten wird. Die Eltern eilten sofort zum Richter, der im Wirtshaus gerade ein Huhn und einen Hahn verspeiste. Auf die Erzählung der Eltern lachte dieser herzhaft mit der abfälligen Bemerkung, ihr Sohn sei genauso lebendig wie die beiden Vögel auf seinem Teller. Kaum gesagt, wächst denen neues Gefieder und sie fliegen davon - womit die Unschuld des Sohnes bewiesen war. Ein Huhn und ein Hahn werden seither in der Kirche in diesem Stall gehalten (täglich wechselnd).

Statistik: 4. Etappe, Mittwoch, 30. Mai 2012
62,11 km, 692 Höhenmeter
Durchschnittsgeschwindigkeit: 20,2 km/h
Maximale Geschwindigkeit: 55,92 km/h
Maximale Höhe: 776 m ü. N.N.
Fahrzeit: 03:04:29 Stunden
Maximale Steigung: 11 Prozent
Maximales Gefälle: 10 Prozent

Achtung: Die Route ist für Fahrradfahrer nicht durchgehend befahrbar, da Autobahnen und Schnellstraßen benutzt wurden. Die Tandems wurden auf der gesamten Tour von der deutschen, französchen oder der spanischen Polizei begleitet.


Donnerstag 31. Mai 2012, 5. Etappe, 74 km, 726 Höhenmeter

Santo Domingo de la Calzada - Belorado - Villafranca Montes de Oca - Ibeas de Juarros - Burgos

Es rollte sehr gut

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Mittags wurde es heiß. Die letzten Kilometer lassen erahnen, was einige Wanderer, die sich einzeln auf dem Pilgerweg begeben, wirklich durchstehen müssen. Auf einer Wiese rechts sahen wir einen Pilger, der auf einer Bank schlief.

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Gegen Mittag kommen wir in Burgos an. Die Kathedrale imponiert in ihren Ausmaßen gewaltig. Auf dem großen Platz davor finden sich die Radler, die Begleitfahrzeuge und der Bus nebst Anhänger ein. Weiter davor Straßencafés mit interessierten Zuschauern unter Sonnenschirmen, die den außergewöhnlichen Pilgertross beobachten.

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Sandra mit der kanadischen Zimmernachbarin Helga und Pilot Werner neben einem Motorrad der Policia local vor der Kathedrale.

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Sämtliche Tourteilnehmer stellen sich vor der Kathedrale auf. In der ersten Reihe sind einige Tandems und in der Mitte die Europaflagge zu sehen.
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Für Burgos typisch sind mehrstöckige Bürgerhäuser mit Miradores, das sind kleine verglaste Verandas , die sich bis in das Dachgeschoss hochziehen., Die Stadtführerin erklärte uns, dass sie dazu dienen, bei den langen Wintern („9 Monate Winter und 3 Sommer“) das Treiben auf den Straßen beobachten zu können.

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Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren – irgendwie müssen hier Handwerker und Architekten am Werk gewesen sein, die den Mudejar-Stil beherrschen. Für uns völlig ungewohnt eine der vielen kleinen Kuppeln. Sie sind nach oben hin lichtdurchlässig, aber von einem spitzen gotischen Turm überragt, den man nur von außen sieht. Im Inneren der Kuppel immer wieder andere Sternenformationen mit farblich gestalteten Gläsern wie bei Kirchenfenstern, hier in einem Azurblau. Dieses schafft einen sehr schönen Kontrast zum Weiß des Steins.

Der Mudejar-Stil verbindet in der Handwerkskunst maurische Elemente mit christlichen bzw. führt diese in nun christlicher Umgebung weiter.

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Abends Rundgang durch die Stadt in privaten Kleingruppen in die Tapas-Bars.

Statistik: 5. Etappe, Donnerstag 31. Mai 2012
73,92 km, 726 Höhenmeter
Durchschnittsgeschwindigkeit: 21,58 km/h
Maximale Geschwindigkeit: 68,80 km/h
Maximale Höhe: 1256 m ü. N.N.
Fahrzeit: 03:25:30 Stunden
Maximale Steigung: 7 Prozent
Maximales Gefälle: 8 Prozent

Achtung: Die Route ist für Fahrradfahrer nicht durchgehend befahrbar, da Autobahnen und Schnellstraßen benutzt wurden. Die Tandems wurden auf der gesamten Tour von der deutschen, französchen oder der spanischen Polizei begleitet.

Freitag 1. Juni 2012, 6. Etappe, 101 km, 590 Höhenmeter

Burgos - Castrojeriz - Carrión de los Condes

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Wir rollen leicht durch wunderschöne beschattete Alleen und fühlen uns auf dieser wunderschönen Etappe einfach sauwohl und sicher.

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Um die Zeit auszunutzen, machen wir einen Rundgang durch das Dorf. Wir entdecken zwei Tante-Emma-Läden, die sich sehr skurril darstellen. Kein Wunsch bleibt offen, sei es nun Obst und Gemüse, Verbandszeug, Wanderschuhe, Pilgerbedarf, Plastikblumen, Werkzeuge, Schrauben, Nägel, Haushaltsbedarf. Die Waage war noch im Stil der fünfziger Jahre und ebenso die Schränke, in denen die Waren gestapelt wurden. Die Öffnungszeiten ließen uns auch schmunzeln: Morgens  nach Lust und Laune bis 14 Uhr und ab 16.30 Uhr bis 19 Uhr.

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Die Geschäfte liegen unter schattigen Arkaden, die einen Blick auf das pittoreske Dorf frei geben, das vor einiger Zeit einen Preis gewonnen hat in der Kategorie vergleichbar zu „Unser Dorf soll schöner werden“. Überall gibt es bepflanzte Rabatte mit Lavendel, Rosen und anderen Pflanzen und Brunnenanlagen, die sehr gepflegt sind.

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Statistik: 6. Etappe, Freitag, 1. Juni 2012
100,73 km, 590 Höhenmeter
Durchschnittsgeschwindigkeit: 21,21 km/h
Maximale Geschwindigkeit: 53,73 km/h
Maximale Höhe: 928 m ü. N.N.
Fahrzeit: 04:44:52 Stunden
Maximale Steigung: 8 Prozent
Maximales Gefälle:6 Prozent

Achtung: Die Route ist für Fahrradfahrer nicht durchgehend befahrbar, da Autobahnen und Schnellstraßen benutzt wurden. Die Tandems wurden auf der gesamten Tour von der deutschen, französchen oder der spanischen Polizei begleitet.



Samstag, 2. Juni 2012 - 7. Etappe, 71 km, 375 Höhenmeter

Carrión de los Condes - Ledigos - Sahagún - El Burgo Ranero


Die spanischen Freunde haben wohl unser Angebot an Actimel - Produkten überbewertet. Von nun an heißen die Pausen "las paradas actimel ....", frei übersetzt:"nächste Haltestelle Actimel"

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Nachdem Uwe am Abend vorher beim Briefing vorgeschlagen hatte, die Teams etwas zu mischen, kam es zu folgender Entwicklung:

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Wie kam es zu diesem europäisch angelegten außergewöhnlichen Projekt?

Im Rahmen eines sozialen Projekts von Arcelor-Mittal wird in diesem Jahr die Tandemtour Stuttgart (Pamplona)-Santiago de Compostela in Zusammenarbeit mit dem spanischen Blindenverband, der ONCE, unterstützt. Es wurden Teams auf hohem sportlichen Niveau gesucht und gefunden.

Horst hatte im Vorfeld die entsprechenden Kontakte hergestellt.

Die Eindrücke der spanischen Fahrer:

Die Tour öffnet ihnen die Augen. Die Piloten leben für eine kurze Zeit mit sehbehinderten und blinden Copiloten zusammen und sind für sie zuständig, sei es auf dem Tandem für fahrerische Verantwortung oder die Technik, sei es, um den Copiloten den Zimmeraufbau zu zeigen oder ihnen das Buffet zu erklären oder je nach Lage der Dinge im Hintergrund für die Copiloten da zu sein.

Gleichzeitig erfahren die Piloten, dass es verschiedene Arten von Sehbehinderungen gibt und sich bei jedem die Beeinträchtigung anders auswirkt und dementsprechend auch andere Assistenz-Bedürfnisse bestehen.

Ganz wichtig ist natürlich auch der kommunikative Aspekt zwischen Pilot und Copilot. Das funktioniert auch bei jedem Team unterschiedlich, manche haben sich auf Ansagen eingespielt, andere fühlen über Druck auf Pedale und Kurvenlage, was gerade angesagt ist. Manche Piloten beschreiben oft, was um sie herum zu sehen ist, manche weniger. Oder man quatscht über alltägliche Dinge, Geschichten oder diskutiert Themen und das – je nach dem – quer Beet und Team auf Deutsch, Englisch oder Spanisch (manchmal auch Französisch). Die Kommunikation und auch die fahrerische Abstimmung in der ganzen Gruppe laufen von Tag zu Tag besser, die Gruppe wird immer schneller und die ganze Tour macht allen sehr viel Spaß. Vielleicht entstehen ja noch länderübergreifende Freundschaften!

Statistik: 7. Etappe, Samstag, 2. Juni 2012
70,56 km, 375 Höhenmeter
Durchschnittsgeschwindigkeit: 21,50 km/h
Maximale Geschwindigkeit: 52,98 km/h
Maximale Höhe: 899 m ü. N.N.
Fahrzeit: 03:16:52 Stunden
Maximale Steigung: 3 Prozent
Maximales Gefälle: 3 Prozent

Achtung: Die Route ist für Fahrradfahrer nicht durchgehend befahrbar, da Autobahnen und Schnellstraßen benutzt wurden. Die Tandems wurden auf der gesamten Tour von der deutschen, französchen oder der spanischen Polizei begleitet.

Sonntag, 3. Juni 2012 - 8. Etappe, 38 km, 104 Höhenmeter

El Burgo Ranero - Mansilla de las Mulas - León

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Aus sportlicher Sicht ist nicht viel zu berichten, wir sind eine kurze Etappe gefahren, um Kraft für die zwei bevorstehenden Bergetappen zu sammeln.

Sandra muss eine Erkältung auskurieren (sie war nicht die Einzige) und nutzt die Zeit im Bus, um am Tagebuchbericht weiter zu schreiben.

Ihren Platz auf dem Cannondale übernimmt Stefan, für den es die erste Tandemfahrt ist. Es läuft sofort sehr gut, Stefan und Werner I hatten viel Spaß und Stefan neue Erfahrungen gesammelt.

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Hier ein Bericht der bisherigen Erlebnisse der Tour aus der Sicht von Toni:

Der Slogan des Besenwagens – ein Mantra, das jeden Morgen wiederkehrt:

„Um sieben Uhr beginnt die Arbeit, alles andere ist Abenteuer!“

Nach einigen Tagen mit drei bis vier Platten pro Tag an den Rennrädern kam endlich mal der Rahmenbruch nach Burgos an einem Renntandem. Danach waren die Tandems so weit repariert, dass es nur noch ungefähr zu einem Platten pro Tag kam.

Die Spanier nehmen gerne und dankbar meine Hilfe in Anspruch. Leider möchten die Spanier lieber am Straßenrand die Tandems repariert haben und nicht in den Besenwagen einsteigen. Aber langsam gewöhnen sie sich an die deutsche Mentalität.

Die Vorgehensweise, alle defekten Räder oder Fahrer mit Problemen sofort aufzuladen, um den Fluss des Trosses nicht zu stoppen, hat sich in der Vergangenheit als sehr erfolgreich herausgestellt.
Es gab auch einen Speichenbruch an einem Tandem.
Einige Tandems scheinen sehr empfindliche, aber blitzschnelle Rennpferde zu sein, die gerne gehegt und gepflegt werden möchten. Sie sind lange und von verschiedenen Untergründen geprägte Wege nicht gewöhnt.
Am Ibaneta-Pass wurde ein Team zwangseingewiesen (smile) - technischer Defekt.
Ein Einzelrad konnte die schnelle Schwarzwaldabfahrt wegen Instabilität nicht nehmen.
Ein Cannondale wollte immer mal wieder am Captain-Sattelrohr nachgeschraubt werden, da die improvisierten Mezzomixbleche die Belastung am Stoker-Vorbau nicht aushielten.

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Die Tandem-Pilger-Tour erfährt großes Echo in der spanischen Presse.

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Bei einer Rast kurz vor Léon konnte, wer wollte, aus dem Bus in den Versorgungswagen wechseln, um bei dem Empfang an der Kathedrale dabei zu sein, da der Bus wegen der engen Straßen nicht bis zur Kathedrale vor fahren kann. Sandra steigt in das Versorgungsfahrzeug und erlebt so aus erster Hand, was es heißt, direkt hinter dem Feld und vor dem Besenwagen her zu fahren. Die Begleiterinnen Brigitte, Annette und Hella müssen jede Menge erleben und verkraften, was ihnen da so an Situationen begegnet. Es gibt immer wieder Menschen, die in den Tross hineinlaufen oder andere undenkbaren Dinge, die aber auch passieren. Auch ist ganz klar zu erkennen, wer dann bei nächster bei Gelegenheit ein Kandidat für den Besenwagen sein könnte.

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In Léon werden wir vor der Kathedrale mit großem Hallo von der Bevölkerung erwartet. Auch wenn wir diese Situation schon von vergangenen Touren her kennen, ist es doch immer wieder überwältigend, so etwas zu erleben, gibt Auftrieb und macht einfach Spaß.

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Blick auf die Kathedrale in Léon.

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Das spanische Team wird von Fernsehen und Presse interviewt.

Auch nun passiert hinter den Kulissen wieder Erstaunliches.

Auf einmal ist der Platz so gut wie leer und sämtliche Fahrer sind weg. Sandra versucht, die Begleiterinnen ausfindig zu machen und stößt gerade noch Annette. Annette wendet sich an das spanische Rote Kreuz, um dem Tross zum Hotel wieder zu folgen, doch das Fahrzeug darf nur zwei Personen mitnehmen.

Annette spricht die Polizei an, die zu unserem Tross gehört, aber die Polizei darf prinzipiell niemanden mitnehmen, war die Antwort.

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Also stehen wir mit dem Fahrer des spanischen Versorgungsfahrzeugs zu dritt so wie wir sind, ohne Handy, ohne nix, auf dem Platz und warten. Die Polizei hatte gemeint, sie würde etwas versuchen zu organisieren, wiederkommen und eine Ausnahme machen. Nach zwanzig Minuten kommen sie tatsächlich und wir dürfen mit ihnen zum Hotel fahren, sitzen auf Ledersitzen, auf der hinteren Bank noch Prospekte von uns, die sie von Annette mit einigen Karten von Tandemfahrern bekommen hatte. Beim Aussteigen fragt Sandra den Fahrer des Versorgungsfahrzeugs, ob sie die Sachen mitnehmen solle. Er meinte, alles von der Polizei. Also gut. Im Hotel angekommen, wird Sandra von Gabi angesprochen, wo denn die Karten seien. Welche? Nur Prospekte?! Es stellte sich dann heraus, dass die Postkarten, die Gabi für sich gekauft hatte, nun im Polizeifahrzeug liegen. Es blieb nur zu hoffen, dass die Polizei zum Start am nächsten Morgen die Karten noch im Auto liegen hat. Am späten Nachmittag erfahren wir, dass die Polizei extra zum Hotel zurück gefahren ist, um das Material zurück zu bringen und Gabi ihre Postkarten erhalten hat!

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In Kleingruppen besichtigen wir die gotische Kathedrale von Leon aus Buntsandstein und wunderschönen Glasfenstern. Das spanische Team zieht dann mit uns durch die Tapas-Bars und wir verbringen einen gemütlichen und geselligen Abend mit großer Verbrüderung zusammen.

Statistik: 8. Etappe, Sonntag, 3. Juni 2012
38 km, 104 Höhenmeter
Fahrzeit: 02:02:00
Durchschnittsgeschwindigkeit: 21,2
Maximale Geschwindigkeit: 42,45

Achtung: Die Route ist für Fahrradfahrer nicht durchgehend befahrbar, da Autobahnen und Schnellstraßen benutzt wurden. Die Tandems wurden auf der gesamten Tour von der deutschen, französchen oder der spanischen Polizei begleitet.